Dieses Bild ist ein Screenshot vom Digital-Gipfel der Bundesregierung am 30.11.2020. Zu sehen ist die Leiterin des Strategiekreises der Wirtschaftsinitiative Smart Living, Ingeborg Esser, beim Halten eines Vortrags mit Powerpoint-Folie.

Die Leiterin des Strategiekreises der Wirtschaftsinitiative Smart Living, Ingeborg Esser, während Ihres Impulsvortrags beim WI SL-Panel.

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Wie gelingt es, Gebäude nachhaltiger zu machen? Ein wesentlicher Baustein dafür sind Smart Living-Technologien, wie Gebäudeautomation und Energiemanagement. Ingeborg Esser, Leiterin des Strategiekreises der Wirtschaftsinitiative Smart Living und der Leiter des Lenkungskreises, Hans-Georg Krabbe, brachten es auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung während des WI SL-Panels zum Thema „Smart Living als Treiber für nachhaltige Wohngebäude“ auf den Punkt: So erläuterte Esser in ihrem Kurzvortrag, dass Wohn- und Zweckgebäude in Deutschland etwa 35 Prozent des Endenergieverbrauchs und etwa 30 Prozent der CO2-Emissionen verursachen. Entsprechend lässt sich der Energiebedarf von Gebäuden durch deren Ausrüstung mit smarter Technik deutlich senken und die CO2-Bilanz spürbar verbessern. Hans-Georg Krabbe verwies daran anknüpfend in seinen Ausführungen auf den Fortschrittsbericht der Bundesregierung, wonach in Deutschland derzeit noch eine Lücke bei den CO2-Zielen im Gebäudesektor besteht. Untersuchungen zeigten, dass diese Lücke mit Smart-Living-Anwendung um bis zu 37 Prozent reduziert werden kann.

Neue Förderung stärkt Smart-Living-Markt
Sowohl Esser als auch Krabbe begrüßten während des Panels die angekündigte „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Demnach kann das BEG mit einer Fördersumme von rund 8 Mrd. Euro pro Jahr maßgeblich dazu beitragen, die nötigen Investitionen in Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energie weiter voranzutreiben. Gebäude in Deutschland werden so umweltfreundlicher und nachhaltiger. Außerdem können so auch deutsche Unternehmen profitieren und damit ihren Anteil am weltweit wachsenden Smart-Living-Markt in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Diesen Punkt unterstrich auch Elisabeth Winkelmeier-Becker, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie und Mitglied im Strategiekreis der WI SL in ihrem Grußwort.

Aus- und Weiterbildung von Fachkräften stellt die Weichen in Richtung Zukunft
Um die Nachhaltigkeits-Potenziale zu erschließen, ist die Ausbildung von Fachkräften sowie der Ausbau von entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen ein entscheidender Punkt, zu dem die Wirtschaftsinitiative Smart Living auf dem Digital Gipfel ebenfalls informierte. Der neue Ausbildungsberuf „Elektroniker/in für Gebäudesystemintegration“, der im Laufe des kommenden Jahres eingeführt wird, ist ein wesentlicher Schritt. Zudem kooperiert der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) mit dem Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK), um Weiterbildungsinitiativen zum Gebäudesystemintegrator anzubieten.

Smart Living Professional Awards machen Erfolge sichtbar
Wie nachhaltig Smart Living wirkt, zeigten auch die drei Preisträger-Projekte des „Smart Living Professional Awards“. Die Auszeichnungen wurden vom ZVEH gemeinsam mit der Wirtschaftsinitiative Smart Living auf dem Digital-Gipfel vergeben. Die Claus Heinemann Elektroanlagen GmbH vernetzte eine Wohnsiedlung in Karlsfeld bei München und gewann damit in der Kategorie Wohnbau. Die Bewohnerinnen und Bewohner von 29 Einfamilienhäusern und 60 Eigentumswohnungen wurden in die Lage versetzt, u.a. das Energiemanagement ihrer Wohnungen und Häuser per App und einfachen Wenn-Dann-Kombinationen zu optimieren. Eine ganzheitliche Gebäudesteuerung für ein Bürogebäude setzte die ebenfalls ausgezeichnete Firma Nelhiebel Elektrotechnik GmbH um. Die neue Haus- und Gebäudesystemtechnik ermöglicht eine Gewerke-übergreifende, einfache und intuitive Steuerung aller im Gebäude eingesetzter Technologien, sodass diese energieeffizient eingesetzt werden können. Für die Anwendung von Smart Living im eigenen Unternehmen ausgezeichnet wurde die Kröger Systemtechnik GmbH. Ihr Projekt zeigt auf, wie sich über Technologie- und Herstellergrenzen hinweg ein Gebäude nach modernsten technischen, energetischen und architektonischen Grundsätzen mit Smart-Living-Anwendungen umrüsten lässt.

Weitere Informationen:
Auf dem Digital-Gipfel gezeigter Kurzfilm zum aus der WI SL heraus entstandenen Projekt "ForeSight"