Infografik SmartLiving2Market 2020

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Smart Living setzt sich in immer mehr Lebensbereichen durch und ist für die deutsche Wirtschaft ein bedeutender Zukunftsmarkt. Wenn auch Anwendungen in privaten Wohngebäuden wesentlicher Erfolgsfaktor dieser Entwicklung sind, geht das Smart-Living-Konzept weit über das vernetzte Zuhause hinaus: Vielmehr umfasst es eine Vielzahl von Applikationen und Diensten: von Smart City über Smart Healthcare, Smart Mobility/Transportation und Smart Governance bis hin zu Smart Environment, FinTech und Smart Education. Als regionale Hotspots für Smart-Living-Anwendungen treten China, Japan, Südkorea, die USA und Europa hervor. Die jetzt erschienene Studie SmartLiving2Market untersucht die Entwicklung von Smart-Living-Anwendungen in diesen führenden Märkten und zeichnet ein umfassendes Bild über Potenziale und Hemmnisse.

Deutschland ist Wachstumstreiber in Europa
Insbesondere die USA entwickeln sich zum einem Wachstumsmarkt für Smart-Living-Anwendungen – gefolgt von Europa. Nach Deutschland bilden Großbritannien und Frankreich die stärksten europäischen Absatzmärkte. Die starke Position Europas ist vor allem auf die steigende Nachfrage in Deutschland zurückzuführen. Im Zeitraum zwischen 2019 und 2023 wird dem deutschen Markt für Smart-Living-Anwendungen in Wohngebäuden insgesamt ein Wachstum von 66 Prozent prognostiziert. Der größte Umsatz entfällt dabei auf smarte Elektrohaushaltsgeräte, gefolgt von Applikationen aus dem Bereich Vernetzung und Steuerung sowie Gebäudesicherheit. Das stärkste Wachstum wird im Bereich Komfort und Licht erwartet.

„Die Studie legt dar, welche enormen Potenziale in den Smart-Living-Märkten bestehen. In drei Jahren werden rund 63 Millionen Haushalte in Europa Smart-Living-Anwendungen nutzen. Das ist gegenüber 2019 etwa eine Verdopplung. Besonders erfreulich ist auch die Position vieler Unternehmen in Deutschland: So spielen deutsche Anbieter eine zentrale Rolle im Bereich der Smart-Living-Anwendungen in Wohngebäuden. Woran es aber immer noch mangelt, ist die Schaffung eines deutschen Leitmarktes. Das Herstellen von Interoperabilität zwischen verschiedenen Smart-Living-Anwendungen und damit der Aufbau von neuen Anwendungsfeldern für die Nutzer kann den entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausmachen“, so Prof. Thomas Heimer von der Technopolis Deutschland GmbH, die die Studie erstellt hat.

Hürden auf dem Weg zum Smart-Living-Leitmarkt
Die Herausforderungen bestehen neben der mangelnden Interoperabilität bei den Anwendungen auch darin, die Benutzerfreundlichkeit zu steigern und die Akzeptanz bei Kunden durch Datensicherheit und -schutz zu erhöhen. Aber auch die Qualifizierung von Fachleuten gilt als eine zentrale Stellschraube für den Erfolg von Smart Living. „Speziell in Deutschland wird es künftig darum gehen, bei der Entwicklung neuer Anwendungen mehr Mut zum Risiko zu beweisen: Mit stärkerer Innovationsfreude und kreativen Neuheiten eröffnen sich für deutsche Anbieter große Chancen. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland bevorzugt Smart-Living-Anwendungen deutscher Anbieter – diesen Vorteil gilt es zu nutzen!“, resümiert Heimer.

Hinweis: Die in der Studie „SmartLiving2Market“ veröffentlichten Zahlen und Prognosen wurden vor der Corona-Pandemie erhoben.