ISH 2019

© Tina Franke

„Die Digitalisierung ermöglicht neue Chancen für die Nutzung von Wohngebäuden, die so noch effizienter, sicherer und komfortabler werden können. Ein wesentliches Ziel der Wirtschaftsinitiative Smart Living ist, das Zusammenwirken der beteiligten Branchen voranzubringen. Die Gewerke wie Heizung, Klima-/Sanitär- und Elektro- und Informationstechnik spielen dabei die zentrale Rolle“, erklärt Hans-Georg Krabbe, Vorsitzender des Lenkungskreises der Wirtschaftsinitiative und hauptamtlich Vorstandsvorsitzender der ABB AG.

Vier Teilnehmer der Initiative skizzieren die zentralen Trends und Herausforderungen für das Handwerk infolge von Smart Living:

„Smart Living macht die Berufe im E-Handwerk noch attraktiver. Die neuen Ausbildungsverträge im Elektrohandwerk haben in den letzten drei Jahren stetig zugelegt, zuletzt sogar um 5,9 Prozent. Aktuell arbeiten über 491.000 Beschäftigte in der Branche, davon mehr als 41.500 Auszubildende. Tendenz steigend. Mit neuen digitalen Technologien rund um die intelligente Gebäudetechnik entwickelt der ZVEH aktuell neue Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Für die Themen Smart Living, Gebäudeautomatisierung, Energiemanagement, Elektromobilität und Systemintegration soll es zukünftig einen eigenständigen Ausbildungsberuf, den Elektroniker für Gebäudesystemintegration, geben. Parallel zur Neuordnung der Ausbildungsberufe soll die Fortbildung im Bereich Gebäudesystemintegration gestärkt werden. Aber bereits jetzt schon bietet eine Ausbildung im Elektrohandwerk hervorragende Perspektiven. Eine Studie von gehalt.de hat zwölf Berufe im Handwerk untersucht und den Elektroniker mit Meistertitel als Gehalts-Spitzenreiter identifiziert. Gute Aussichten also für eine Karriere im E-Handwerk.“, sagt Ingolf Jakobi, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und Leiter der Arbeitsgruppe 3 „Qualifizierung“.

„Die Wirtschaftsinitiative Smart Living ist die ideale Plattform, um unterschiedliche Aktivitäten in der Wirtschaft zusammenzuführen, zu vernetzen und gemeinsam weiterzuentwickeln. Sie ist damit auch eine Triebfeder zur Entwicklung notwendiger Standards und kann einen entscheidenden Beitrag für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende leisten! Dabei gilt: Die Digitalisierung betrifft alle Beteiligten, insbesondere das gesamte Handwerk im Bereich der Gebäudetechnik. Es bedarf hier keiner neuen Berufsbilder, eine konsequente Weiterentwicklung aller betroffenen Berufe ist gefragt. Hierauf setzen wir im SHK-Handwerk und treiben dies als Verbandsorganisation stetig voran. Dabei gilt: Zusammenarbeit ist Trumpf. Handwerk und Industrie können den Markt erfolgreich nur gemeinsam und partnerschaftlich erschließen“, sagt Helmut Bramann, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).

„Nicht nur neue Technologien und Systeme, sondern insbesondere auch die veränderten Wünsche und Erwartungen auf Kundenseite machen es notwendig, dass Themen wie Smart Home und Smart Living Teil der Aus- und Weiterbildung in den Gewerken Elektrotechnik und SHK werden. Intelligente Gebäudeautomationslösungen erfordern zudem gewerkeübergreifende Kompetenzen von den Fachkräften, um die Funktionen zur Zufriedenheit der Kunden realisieren zu können. In der Qualifizierung zur ‚Fachkraft für intelligente Gebäudetechnologien‘ werden diese Kompetenzen zum Beispiel vermittelt“, so Dr. Maribel Illig, Geschäftsführerin Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, Leiterin Abteilung Berufsbildungszentrum.

„Schon lange kommt kaum ein Produkt des Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerks ohne elektrische Antriebe oder Steuerungen aus. Von der Markise, die ihre Befehle vom Wind- oder Sonnenwächter erhält, über den automatisch betriebenen Rollladen, der potenziellen Einbrechern Anwesenheit vorgibt, bis hin zur Einbindung unserer Branchenprodukte in die ganzheitliche Smart-Home-Gebäudetechnik. Das Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk hat schon früh auf diese Branchentrends reagiert, als es 2004 die berufliche Ausbildung vollkommen neu geordnet hat – vom Rollladen- und Jalousiebauer zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker. Durch die letzte Neuordnung zum 1. August 2016 hat unser Ausbildungsberuf vor allem in der Antriebs- und Steuerungstechnik nochmals in Anpassung an die technische Entwicklung eine deutliche Aufwertung erfahren. Wir sind damit bestens aufgestellt für die Herausforderungen, die uns die Zukunft in Sachen Digitalisierung bringen wird“, so Ingo Plück, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz e. V.

Der Informationsstand der Wirtschaftsinitiative Smart Living ist Teil der Sondershow „ISH Technologie und Energie Forum“ in Halle 11.1 C.06.