Digital-Gipfel 2018

Die Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaftsinitiative Smart Living vor dem „House of Smart Living“ auf dem Digital-Gipfel 2018 in Nürnberg

© WI Smart Living/Lena Siebrasse

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Mit dem rundum gelungenen Vortragsforum mit dem Titel „Smart Living 2025: Vernetzte Wohn- und Lebenswelt der Zukunft“ hat die Wirtschaftsinitiative Smart Living heute den Digital-Gipfel 2018 in Nürnberg eröffnet. In den 90 Minuten bot die Initiative den mehreren Hundert hochrangigen Zuschauern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein facettenreiches und unterhaltsames Bühnenprogramm.

„Die Menschen wollen alle möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden bleiben – und das wird in Zukunft nur mit digitalen Assistenten möglich sein. In der Zukunft können wir unter Einsatz Künstlicher Intelligenz noch viel stärker auf die individuellen Kundenbedürfnisse eingehen“, erklärte Ingeborg Esser, Leiterin des Strategiekreises der Wirtschaftsinitiative Smart Living und Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (GdW).

„KI schafft die Voraussetzung für ein lebenslanges, assistiertes Wohnen. Das Gebäude passt sich den Menschen an – auch seinem Alter. Zudem werden heute immer mehr Gebäude zu kleinen Kraftwerken. KI im Gebäude wird einen entscheidenden Beitrag für die Einbindung in das Energiesystem leisten. Der Smart-Living-Markt ist klassisch besetzt mit deutscher Kompetenz, mit deutschen Sensoren- und Aktorenherstellern mit hoher Qualität. Entscheidend wird sein, die wichtige Komponente KI gemeinsam zu erschließen und nicht den Anschluss zu verlieren an die internationale Konkurrenz“, sagte Hans-Georg Krabbe, Vorsitzender des Lenkungskreises der Wirtschaftsinitiative und Vorstandsvorsitzender der ABB AG.

„Die meisten Unternehmen, die im Bereich Smart Living unterwegs sind, sind kleine und mittelständische Unternehmen. Somit ist Smart Living ein wichtiges wirtschaftspolitisches Thema für unser Haus. Aber auch, weil wir in diesem Bereich in den kommenden Jahren ein enormes Wachstum haben werden, mit Wachstumsraten des Marktes in Deutschland von 25 bis 30 Prozent pro Jahr. Das Thema Smart Living steht für uns auch für die technologische Leistungsfähigkeit unseres Landes“, so Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Prof. Philipp Slusallek, Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), gab einen Zukunftsausblick auf das Thema „Intelligente selbstlernende Systeme für Smart Living“: „Das Smart Home entwickelt sich als ein Zentrum des digitalen Seins und wird im privaten Umfeld das Smartphone als bisherigen Zugangsweg in die digitale Welt ergänzen oder gar ersetzen. Intelligentere oder gar autonome Gebäude werden deutlich weitergehende, digitale und hybride Dienstleistungen im und mit einem smarten Gebäude ermöglichen. Entscheidend sind dabei verlässlich vorhandene Funktionalitäten, substantielle Vorteile für den Kunden, sinnvolles Verhalten in Standardsituationen, Interoperabilität und die Attraktivität für eine breite Entwicklergemeinde, die intelligente Anwendungen mit und für Smart Homes entwickeln.“ Durch die Einführung von Künstliche Intelligenz in das Gebäude „können die Bedürfnisse der Bewohner erkannt und die Funktionen eines Gebäudes im Sinne seiner Bewohner intelligent, situationsangepasst, vorausschauend und ohne detailliertes menschliches Zutun ausgeführt werden. Das smarte Gebäude wird in diesem Sinne mittelfristig autonom. Die verschiedenen autonomen Teilfunktionen aus den Bereichen Komfort, Assistenz, Sicherheit und Energie müssen dabei im Sinne der Bewohner bzw. Nutzer sinnvoll zusammenwirken und auch mit der externen Infrastruktur zusammenspielen.“

In seiner Keynote „Die Potenziale von Künstlicher Intelligenz für Smart Living“ erklärte Sébastien Chaumiole vom IBM Watson IoT Industry Lab: „Häuser sind Mega-Ökosysteme – und in der Zukunft wird der Mensch der zentrale Integrator für alle beteiligten Gewerke und Akteure. Seine Vorlieben und Gewohnheiten sind es, die die individualisierten Smart-Living-Anwendungen der Zukunft bestimmen werden.“

Eine ganz besondere Perspektive auf die Zukunft von Smart Living präsentierten Laura Jäger, Marie Butterbach, Janet Burgardt, Ben Eric Pieler und Philip Richter. Die Schülerinnen und Schüler der Theo-Koch-Schule im hessischen Grünberg sind die Sieger des Videowettbewerbs „Smart Living“ unter der Schirmherrschaft der Wirtschaftsinitiative. Sie wurden auf der großen Digital-Gipfel-Bühne von Lothar Hellmann, dem Präsidenten des Zentralverbandes des Elektrohandwerkes (ZVEH), ausgezeichnet.

„Wir möchten mit diesem Wettbewerb auf die attraktiven Berufe im Umfeld von Smart Living aufmerksam machen. Wir haben ja einen enormen Fachkräftemängel in Deutschland. Deshalb würde mich freuen, wenn der ein oder andere von Ihnen in einem unserer Betriebe eine Lehre zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik oder zum Gebäudesystemintegrator machen würde“, sagte Lothar Hellmann in Richtung der Schüler. „Für mich bedeutet Smart Living vor allem auch Bequemlichkeit und Sicherheit. Man bekommt vieles abgenommen – und kann sich auf die wesentlichen Dinge im Leben konzentrieren. Aber der Mensch sollte auch in Zukunft wichtige Fähigkeit nicht verlernen und seinen Alltag selbst bestimmen können“, sagte Preisträger Ben Eric Pieler.

Über den Digital-Gipfel:
Der Digital-Gipfel (vormals Nationaler IT-Gipfel) und sein unterjähriger Prozess sind die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Seit 2017 firmiert der Nationale IT-Gipfel als Digital-Gipfel. Er trägt damit der Tatsache Rechnung, dass die Digitalisierung nicht nur die Telekommunikationstechnologie, sondern Digitalisierung in ganzer Breite umfasst – von der Kultur- und Kreativwirtschaft bis zur Industrie 4.0.

Das gesamte Vortragsforum „Smart Living 2025: Vernetze Wohn- und Lebenswelt der Zukunft“ auf YouTube anschauen:

https://youtu.be/HZXkpCMrjZM