Die Wohnungsunternehmen in Deutschland haben die Chancen der Digitalisierung erkannt und planen, den Prozess der digitalen Transformation stärker zu forcieren als bisher. Das ist ein zentrales Ergebnis einer groß angelegten Umfrage des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW unter seinen Unternehmen, das Verbandspräsident Axel Gedaschko am Mittwoch bekannt gab. Die Ergebnisse des ersten von insgesamt drei Umfrage-Teilen zeichnen das umfassendste Bild des Status Quo der Digitalisierung in der Wohnungswirtschaft.

Wohnungsunternehmen setzen bei der Digitalisierung zunehmend auf unterschiedliche Technologien. Sehr stark kommen mobile Endgeräte zum Zug, wie 83 Prozent der Umfrageteilnehmer bestätigen. Immer mehr Unternehmen nutzen zudem digitale Plattformen, jedes vierte Unternehmen setzt bereits Cloud Computing ein.

Die digitale Transformation in der Wohnungswirtschaft erfolgt überwiegend markt- und nachfragegetrieben. So sehen mit jeweils 63 Prozent rund zwei Drittel der befragten Unternehmen sowohl die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt als auch die Kunden als wesentliche Motoren der Digitalisierung. Ihren Anfang hat sie bei den meisten Unternehmen im Rechnungswesen und Controlling. Auch die Bereiche Vermietung und Unternehmensführung sind bereits stark digitalisiert.

Die Befragung zeigt auch: Digitalisierung muss im Unternehmen stärker organisiert werden. In vielen Unternehmen fehlt hier noch eine strategische und strukturelle Ausrichtung. Je größer das Unternehmen, desto häufiger gibt es hierfür spezialisierte Abteilungen. Mit 68 Prozent ist in mehr als zwei Dritteln der Wohnungsunternehmen die Geschäftsführung bzw. der Vorstand für das Thema Digitalisierung verantwortlich. Zudem investieren die Wohnungsunternehmen mit zunehmender Größe mehr Zeit in die Wissensgenerierung rund um die Digitalisierung.

Für die Zukunft plant jedes zweite Unternehmen, in allen Unternehmensbereichen einen hohen Anteil der Aufgaben digital zu bearbeiten – allen voran auch hier die Bereiche Vermietung, Rechnungswesen und Controlling, aber auch Kundenservice. Somit wird das Thema Kundenservice vor dem Hintergrund der Digitalisierung in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen.

„Die Digitalisierung öffnet neue Welten für das Bauen und Wohnen der Zukunft", erklärte GdW-Präsident Axel Gedaschko. „Digitale Systeme ermöglichen bereits jetzt die Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter rund um die Uhr. Smartphone und Tablet werden zu Hütern und Verwaltern des Hauses oder der Wohnung. „Gerade für den immer bedeutender werdenden Pflegebereich eröffnen sich durch die Digitalisierung neue Horizonte. Hier sind hier die Themen E-Health und Telemedizin besonders wichtig. „Die Digitalisierung birgt enorme Potenziale, die für wir für unsere Mieter auf intelligente und bezahlbare Weise heben müssen", so Gedaschko.

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.